Velbert, die Stadt der Schlösser und Beschläge

BKS-Hochhaus


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Seit 1891 erfolgt die Wasserversorgung von Velbert-Mitte aus Essen-Kettwig. Damals hatte die Stadt etwa 6.000 Einwohner. Das Hauptproblem ist der Höhenunterschied von etwa 220 Metern. Der nötige Wasserdruck in der schnell wachsenden und zunehmend industrialisierten Stadt Velbert wurde zunächst mit einem Wasserturm am Baum (1953 gesprengt) und dann mit dem heute noch existierenden Wasserturm an der Steeger Straße sichergestellt. In den Nachkriegsjahren und mit dem Aufschwung in den 1950er Jahren reichte dies nicht mehr aus, die Versorgung brach vor allem in den Sommermonaten zeitweise zusammen. Daher wurde bereits ab 1953 ein neuer Wasserturm geplant, aber erst am 15. April 1957 erfolgte der erste Spatenstich für das 2,2 Millionen DM teure Projekt. Als Beispiel für eine ungewöhnliche Verknüpfung von Wasserbehälter und sozialem Wohnungsbau diente der Wasserturm in Brühl. Schon im Sommer 1958 konnten die ersten Mieter einziehen und am 15. November 1958 folgten die Schlusssteinlegung sowie die offizielle Einweihung des "Hauses Niederberg" - allgemein als "BKS-Hochhaus" oder früher im Volksmund auch als "Thermoskanne" bekannt.

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Das Hochhaus sollte gleich mehrere Funktionen erfüllen: Im Erdgeschoss waren vier Geschäfte untergebracht, u.a. ein Friseur, ein Blumenladen und ein Textilgeschäft. In den 10 Stockwerken darüber gab es 77 Wohnungen unterschiedlicher Größe - angefangen vom 1-Zimmer-Appartment mit Kochnische bis hin zur voll ausgestatteten 3-Zimmer-Wohnung. Nach einer umfangreichen Renovierung ab April 2006 wurden daraus 54 moderne Wohnungen. Im der 12. Etage befand sich anfangs ein Restaurant, das einen Ausblick weithin über das Bergische Land bot. Später zog vorübergehend die AWO hier ein. Ein Teil des Restaurantinventars ist noch heute erhalten (Stand: Juni 2008).


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Die Speisen wurden eine Etage tiefer zubereitet, wo sich die Küche und das Lager befanden. Dieses 11. Stockwerk diente zugleich als Sicherheit mit Abflussmöglichkeiten nach draußen, falls der Wasserbehälter einmal ein Leck aufweisen sollte. Mit einem kleinem Fahrstuhl wurde das Essen von der Küche in die Speiseräume rund um den Wasserbehälter gebracht. Bis zu 150 Gäste konnten hier Platz nehmen.



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Am Treppenaufgang von der 10. Etage zum Restaurant befindet sich dieses Bild des Studienrates a.D. Zoerb, das Velbert als Mittelpunkt der niederbergischen Landschaft zwischen Rhein, Ruhr und Wupper zeigt. Darunter wurde am 15. November 1958 der Schlussstein des Hochhauses eingemauert. Er enthält eine Kassette mit Zeitdokumenten sowie die Geschichte des Hausbaus.
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Oben aus dem Restaurant bot sich den Gästen ein einmaliger Rundblick über Velbert und Umgebung (Fotos mit freundlicher Genehmigung der Stadtwerke). Weitere Fotos aus der Vogelperspektive vom Rathausturm und vom BKS-Hochhaus aus dem Jahr 2008 finden Sie hier.


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